Richtig spenden - Abzocke vermeiden!

Zur „Spendenzeit“: Tipps vom Deutschen Spendenparlament

Hannover, 1. Dezember 2009. Herbstzeit, Weihnachtszeit, „Spendenzeit“:

In den letzten Tagen und Wochen des Jahres wird die Bevölkerung vermehrt zu Spenden aufgerufen. Mit Erfolg: Etwa zwei Milliarden Euro spenden die Deutschen pro Jahr an über 620.000 Vereine und rund 15.000 Stiftungen. Selbst in Krisenzeiten wie jetzt ist die Spendenbereitschaft der Deutschen ungebrochen, wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Deutschen Spendenrats zeigt. Demnach stieg das private Spendenaufkommen von 2007 bis 2008 von 2,08 Mrd. Euro auf 2,16 Mrd. Euro an. Vor allem ältere Menschen über 60 Jahre zeigten eine hohe Spendenbereitschaft, da sie von den unmittelbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise wie Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Lohnkürzungen kaum oder nur wenig betroffen seien.

Doch wo gespendet wird, ist es leider manchmal mit der Transparenz nicht weit her. Zudem gibt es in Deutschland kaum noch eine staatliche Kontrolle darüber, wer wofür Spenden sammeln darf: In gerade einmal der Hälfte der Bundesländer ist dies noch in einem sogenannten Sammlungsgesetz geregelt.

Wie kann ein Spender angesichts dessen und der Vielfalt gemeinnütziger Organisationen sicher sein, dass sein Geld in gute und vor allem seriöse Hände gerät? „Mit der Beachtung von nur einer Handvoll Regeln ist nahezu jeder, der Gutes tun möchte, auf der sicheren Seite“, rät Dieter Brübach, Vorsitzender des Deutschen Spendenparlaments, deshalb aus aktuellem Anlass:

1. Bevor Sie an eine Organisation spenden, informieren Sie sich ausführlich über diese und ihre Mittelverwendung, z.B. anhand des Internets oder durch Geschäftsberichte.

2. Bei Straßen- und Hausspendensammlungen sollten Sie im Idealfall nur dann mitmachen, wenn Sie die begünstigte Organisation tatsächlich kennen. Achten Sie dabei auch auf beabsichtigte Namensähnlichkeiten, denn zweifelhafte Organisationen wählen oft Namen, die bekannten Institutionen stark ähneln und einen guten Zweck suggerieren.

3. Lassen Sie sich bei Straßen- oder Haussammlungen den Sammelausweis oder die Sammelgenehmigung der Ordnungsbehörde zeigen. In jenen Bundesländern, die über ein Sammlungsgesetz verfügen, bekommen nur geprüfte Organisationen eine Genehmigung.

4. Achten Sie darauf, dass die spendensammelnde Organisation Mitglied des Deutschen Spendenrats ist oder das DZI-Spenden-Siegel vorweisen kann. „Dann ist ein sorgsamer Umgang mit den Spendengeldern sicher gewährleistet“, rät Spendenprofi Dieter Brübach. 

Vorteile als Spender nutzen: Spenden für Privatpersonen attraktiv wie nie

Zudem: Was viele Bürger noch nicht wissen: Durch das  2007 beschlossene „Gesetz zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“ ist das Spenden für Privatpersonen deutlich attraktiver geworden. So wurden die Höchstgrenzen für den steuerlichen Spendenabzug erheblich vereinfacht und ausgeweitet. Statt früher fünf beziehungsweise zehn Prozent können Spenden und teilweise auch Mitgliedsbeiträge nunmehr bis zu einem Betrag, der 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte entspricht, steuerlich geltend gemacht werden.

 

  • Stimmen zum Spendenparlament

Johannes B. Kerner

Fernsehmoderator

"Generell halte ich das Deutsche Spendenparlament für sehr unterstützenswert"
  • Spendenparlamentarier im Porträt

Corinna Delkeskamp-Hayes

"Spenden macht frei"